1776 Bourbon 92 proof: Der Roggenmonster

Hallo Whiskey-Freunde, heute befassen wir uns mit dem 1776 Bourbon, einem Whiskey, der (mit 50 Jahren Pause) auf eine sehr lange Geschichte zurückblickt. Die Wurzeln der Marke und der Brennerei James E. Pepper reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, genauer gesagt ins Jahr 1780 während der amerikanischen Revolution. Die Brennerei, die einst das Herzstück der Familie Pepper bildete, erlebte nach ihrer Schließung 1967 während der Bourbon-Krise eine lange Pause, bis sie 2008 durch den Unternehmer Amir Peay wiederbelebt wurde. Dieser nutzte historische Forschungen, um die Marke wiederzubeleben. Die Marke ging Partnerschaften mit MGP (Lawrenceburg, Indiana) und der Bardstown Bourbon Company (Bardstown, Kentucky) ein und ließ ihre Produkte dort im Auftrag fertigen. 2017 wurde dann die wiederaufgebaute Originalbrennerei in Lexington, Kentucky eröffnet. Die Produktion startete unter Verwendung des ursprünglichen Rezepts wieder. Der 1776 Bourbon, der seit seiner Wiedereinführung im Jahr 2012 mehrere Auszeichnungen erhalten hat, zeichnet sich durch ein high-rye mashbill aus 60% Mais, 36% Roggen und 4% gemälzter Gerste aus. Die Reifung erfolgt für mindestens drei Jahre in neuen amerikanischen Eichenfässern. Die James E. Pepper Distillery verfolgt darüber hinaus einen nachhaltigen Ansatz in ihrer Produktion, indem sie Regenwasser und lokale Getreidequellen nutzt sowie Solarenergie einsetzt. Doch nun lass uns diesen Bourbon näher kennenlernen.

Steckbrief

1776 Bourbon 1

Farbe und Erscheinung des 1776 Bourbon

Der 1776 Bourbon präsentiert sich in einer hellen, goldigen Bernsteinfarbe. Die langsamen und gleichmäßigen Legs deuten auf eine angenehme Viskosität hin.

Aroma des 1776 Bourbon

Beim Nosing des 1776 Bourbons dominieren frische Roggennoten, die eine grüne, grasige Frische mit sich bringen. Dies wird ergänzt durch die klaren Aromen frischer Eiche und eine Palette von Gewürzen, darunter Nelke und Lebkuchengewürze. Subtile Hinweise von Zitrusfrüchten, die am ehesten an Blutorange erinnern, grüner und Kräutertee sowie milde Mentholdrops runden das Bouquet ab. Das Fehlen von Vanille und Süße lässt den 1776 Bourbon, besonders bei einem Blind Tasting, eher wie einen Roggenwhiskey erscheinen. Das Aroma hat einen sehr starken Roggencharakteristik, was es etwas eindimensional wirken lässt.

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Geschmacksprofil des 1776 Bourbon

Im Mund entfaltet der 1776 Bourbon zunächst Aromen von Roggenbrot, angereichert mit Blumenhonig und einem Hauch von Zitrusfrüchten. Die anfängliche Assoziation mit Blutorange aus der Nase entwickelt sich am Gaumen zu sehr reifen, süßen Mandarinen, begleitet von einer Spur frischer Eiche. Kurz darauf wandelt sich die frische Eiche in eine stark geröstete Note, und das Roggenbrot weicht einer pfeffrigen Roggenwürze. Die Textur wird zunehmend trockener, ein Effekt, der bis zum Abgang anhält. Obwohl der Whiskey eine gewisse Tiefe aufweist, mangelt es ihm an Komplexität, er ist insgesamt sehr roggenlastig.

1776 Bourbon 2

Textur und Körper

Der 1776 Bourbon zeichnet sich durch einen schweren Roggenkörper aus, der ein sehr trockenes Mundgefühl hinterlässt.

Abgang

Der Abgang des 1776 Bourbons ist mittellang und hinterlässt Eindrücke von Hustensaft, gerösteter Eiche, einer fast schon scharfen Roggenwürze sowie einem Hauch dunklen Waldhonigs.

Bewertung

Gesamtbewertung: 7,2/10 – sehr gut

Kernbewertung (Nosing, Tasting, Finish): 7/10 – sehr gut

Story: 8/10 – Die Wiederbelebung einer Marke mit langer Tradition durch die James E. Pepper Distillery verleiht dem 1776 Bourbon eine faszinierende Geschichte. Die transparente Kommunikation über Partnerschaften mit Auftragsbrennereien auf der Webseite ist ein großer Pluspunkt, der die Authentizität und Offenheit der Marke unterstreicht.

Aromen (Nosing): 7/10 – Die dominierenden Roggenaromen, begleitet von einer grünen, grasigen Frische und subtilen Noten von Zitrus und Kräutern, sind zwar etwas eindimensional, aber durchaus angenehm für Liebhaber von Roggennoten.

Geschmack (Tasting): 7/10 – Der Geschmack zeigt Tiefe mit Noten von Roggenbrot, reifen süßen Mandarinen und einem trockenen Mundgefühl, bleibt jedoch in seiner Komplexität begrenzt. Die Vorherrschaft des Roggens setzt sich auch hier durch.

Abgang (Finish): 7/10 – Der mittellange Abgang mit Noten von Hustensaft, gerösteter Eiche und einer scharfen Roggenwürze ist angenehm und würzig, was den Gesamteindruck abrundet.

Preis/Leistung: 7/10 – Mit einem Preis von etwa 32 € bietet der 1776 Bourbon eine solide Qualität. Angesichts seines jungen Alters und der eindimensionalen Roggenlastigkeit wäre ein Preisrahmen von 25 bis 30 € jedoch angemessener, um ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen.

Fazit

Für Whiskeytrinkern, die eine Vorliebe für Roggenwhiskeys haben, könnte der 1776 Bourbon eine interessante Entdeckung sein, obwohl er offiziell ein Bourbon ist. Diese spezifische Empfehlung gründet sich auf die starke Dominanz von Roggennoten in diesem Whiskey, die so prägnant sind, dass sie klassische Bourbonnoten wie Süße und Vanille teilweise völlig in den Hintergrund drängen. Der durchgehend trockene und würzige Charakter, untermauert von einem schweren Roggenkörper, macht ihn zu einer eher speziellen Wahl innerhalb der Bourbon-Kategorie. Für Liebhaber von eher traditionellen, leichteren oder wheated Bourbons mag der 1776 aufgrund dieser ausgeprägten Roggenpräsenz weniger ansprechend sein. Wer jedoch die markanten Eigenschaften eines high-rye Bourbons zu schätzen weiß, findet im 1776 Bourbon ein preisgünstiges und qualitativ hochwertiges Angebot.

Cheers!

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Marco

    Perfekt danke 👌✌️🤠

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