Kings County Straight Bourbon Verkostung

Kings County Straight Bourbon Verkostung (2)

Hallo Whiskey-Freunde, wenn heute von Craft-Destillerien in New York gesprochen wird, fällt unweigerlich der Name Kings County. Gegründet wurde die Brennerei 2010 in Brooklyn von Colin Spoelman und David Haskell. Die beiden starteten in einem winzigen Raum – mit fünf Mini-Pot-Stills von jeweils nur rund 24 Litern Fassungsvermögen. Damit waren sie damals offiziell die kleinste legale Brennerei der USA.

Schon 2012 zog das Unternehmen in größere Räumlichkeiten im Brooklyn Navy Yard um. Geblieben ist bis heute ein zentrales Merkmal: Es wird ausschließlich auf Pot Stills destilliert -allerdings längst nicht mehr im Miniaturformat.

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Die US-Variante mit 750 ml. Quelle: https://whiskybase.com

Eine der Kernabfüllungen des Hauses ist der Straight Bourbon. Seit etwa Februar 2026 ist diese Abfüllung auch in Deutschland erhältlich. Eine 700-ml-Flasche liegt hierzulande bei rund 75 €.

Die Mash Bill besteht aus 80 % Bio-Mais aus dem Bundesstaat New York und 20 % gemälzter Golden-Promise-Gerste aus England. Destilliert wird – wie erwähnt – in Pot Stills. Nach etwa drei bis vier Jahren Reifung in neuen, ausgebrannten Fässern aus amerikanischer Weißeiche wird der Bourbon mit 45 % Vol. abgefüllt.

Steckbrief

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Farbe und Erscheinung des Kings County Straight Bourbons

Im Glas zeigt sich eine dunkle, gelbbraune Farbe. Beim Schwenken ziehen langsame, ölige Tränen an der Glaswand hinab.

Aroma des Kings County Straight Bourbons

In der Nase zeigen sich zunächst Karamell und Vanille, dazu rote Beeren und Kirschen. Es folgen ausgeprägte Aromen von Vollkornbrot und Vollkornbrotteig, begleitet von Malz.

Im Hintergrund liegen dezente würzige Noten von Muskatnuss und grünem Pfeffer. Das Profil wirkt eigenständig und hebt sich deutlich von vielen klassischen Bourbons ab. Der hohe Malzanteil macht sich deutlich bemerkbar. Ich empfinde die Kombination als sehr interessant und angenehm, zugleich wirkt die Abfüllung merklich jung.

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Geschmacksprofil des Kings County Straight Bourbons

Am Gaumen zeigen sich Malz und Vanille, dazu das Bild einer dicken Scheibe Vollkornbrot mit reichlich Blütenhonig, begleitet von roten Beeren und leicht sauren Kirschen.

Moderate würzige Noten von Muskatnuss, Zimt und grob gemahlenem grünem Pfeffer ergänzen das Profil. Insgesamt wirkt die Abfüllung süß-würzig, ohne Holznoten. Das Geschmacksbild ist eigenständig, doch gerade die schweren Brotnoten unterstreichen für mich das junge Alter der Abfüllung.

Kings County Straight Bourbon Verkostung (3)

Textur und Körper

Die Abfüllung hat einen mittleren Körper mit sirupartiger Textur. Am Gaumen wirkt sie vollmundig.

Abgang

Im Abgang zeigen sich Malz und dunkler Ahornsirup, begleitet von leicht trockener Eiche und gedörrten roten Früchten. Dazu kommen würzige Noten von Muskatnuss, Zimt und grob gemahlenem grünem Pfeffer.

Der Nachklang ist mittellang, süß-würzig und leicht trocken.

Bewertung

Gesamtbewertung: 7,4/10 – sehr gut

Kernbewertung (Nosing, Tasting, Finish): 7/10 – sehr gut

Story: 10/10 – Eine der bekanntesten und meistprämierten Craft Distilleries der USA mit eigenständigem Ansatz.

Aromen (Nosing): 7/10 – Interessant und selten im Profil, aber merklich jung.

Geschmack (Tasting): 7/10 – Der Eindruck aus der Nase setzt sich fort. Eigenständig, aber vom jungen Alter geprägt.

Abgang (Finish): 7/10 – Mittellang, süß-würzig und leicht trocken.

Preis/Leistung: 6/10 – 75 € halte ich für diesen jungen Whiskey mit 45 % Vol. für deutlich zu hoch.

Zusammenfassung

Gesamtbewertung:    

Kernbewertung:        

Story:                        

Aromen (Nosing):      

Geschmack (Tasting):

Abgang (Finish):        

Preis/Leistung:           

Fazit

Ich freue mich sehr, dass mit Kings County eine der bekanntesten Craft Distilleries der USA endlich auch in Deutschland vertreten ist. Den Straight Bourbon finde ich sehr interessant, weil er sich deutlich vom klassischen Bourbonstil abhebt -auch wenn das junge Alter erkennbar ist.

Mein einziges Problem ist der Preis. Ich habe Verständnis dafür, dass ein handwerklich in Pot Stills hergestellter Bourbon teurer ist als ein industriell in großen Mengen auf Column Stills produziertes Destillat. Trotzdem halte ich 75 € für zu hoch angesetzt, selbst unter Berücksichtigung dieser Faktoren.

Vergleichbar ist die Abfüllung für mich mit zwei ebenfalls sehr eigenständigen Bourbons: dem Balcones Pot Still Bourbon und dem Yellow Rose Outlaw Bourbon. Beide heben sich geschmacklich von der Masse ab, werden ebenfalls in Pot Stills gebrannt, sind keine Massenprodukte und haben mit jeweils 46 % Vol. einen vergleichbaren Alkoholgehalt. Sie kosten beziehungsweise kosteten -im Fall von Balcones, der bei uns aktuell schwer zu bekommen ist -zwischen 40 und 50 €. In dieser Preisspanne würde ich auch den Kings County Straight Bourbon als fair bepreist einordnen.

Cheers!

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