Jim Beam Double Oak - Doppelte Reifung, doppelter Genuss?

Die Brennerei Jim Beam genießt weltweite Bekanntheit für ihren klassischen White Label Whiskey. Jedoch ist weniger bekannt, dass Jim Beam auch in höheren Preisklassen mit exquisiten Abfüllungen vertreten ist. Dies geschieht teils unter anderen Markennamen wie Baker’s, Booker’s, Knob Creek oder Maker’s Mark, teils aber auch unter dem eigenen Namen mit besonderen Produkten wie dem Single Barrel 95 proof und Single Barrel 108 proof, Signature Craft, Black Extra-Aged und natürlich dem Double Oak Twice Barreled – dem Hauptdarsteller dieser Präsentation.

Wieso Double Oak?

Der Double Oak basiert auf der gleichen Maische wie der White Label, der entscheidende Unterschied zwischen beiden Abfüllungen beginnt erst gegen Ende ihrer Reifung. Gemäß der Tradition für Bourbon werden beide in ausgebrannten amerikanischen Weißeichenfässern gelagert. Der Double Oak erhält jedoch zum Ende seiner Reifezeit eine zusätzliche Veredelung, indem er in ein neues, frisch ausgebranntes Fass umgefüllt wird, um dort weiter zu reifen. Diese zweite Fassreifung soll dem Destillat intensivere und tiefere Holznoten verleihen. Genauere Angaben zur Dauer des gesamten Reifeprozesses liegen leider nicht vor.

Nun wollen wir den Double Oak genauer unter die Lupe nehmen. Da ich schon öfters Positives über diesen Whiskey gelesen habe und selbst kein großer Fan des White Labels bin, gestaltet sich diese Verkostung für mich besonders spannend.

Steckbrief

Jim Beam Double Oak 1

Farbe und Erscheinung des Jim Beam Double Oak

Der Jim Beam Double Oak präsentiert sich in einem tiefen, dunklen Bernstein, der durch einen deutlichen Kupferstich bereichert wird. Bemerkenswert sind auch die öligen Tränen, die sich langsam an der Innenseite des Glases hinabziehen, wenn man es leicht schwenkt. Diese Erscheinung ist eindeutig anders, dunkler und tiefer wie beim eher blassen White Label, das stimmt mich schon im Vorfeld optimistischer.

Aroma des Jim Beam Double Oak

Das Aroma des Jim Beam Double Oak offenbart eine ansprechende Mischung, die am Anfang von Vanille und der Süße von Mais geprägt wird. Diese klassischen Bourbon-Noten werden ergänzt durch frische Eichenaromen, die durch einen Hauch von Holzkohle eine interessante Tiefe erhalten. Unter diesen vorherrschenden Düften findet sich auch eine leichte Frische, die an nasses Gras erinnert.

Obwohl das Bouquet nicht übermäßig komplex oder tief ist, zeichnet es sich durch eine angenehme Balance aus und entpuppt sich keineswegs als eindimensional. Es lassen sich einige herbe Noten erkennen, die dem Ganzen eine gewisse Raffinesse verleihen. Besonders bemerkenswert ist eine ganz subtile Tabaknote, die dem Aroma eine zusätzliche, feine Schicht hinzufügt.

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Geschmacksprofil des Jim Beam Double Oak

Der erste Eindruck des Jim Beam Double Oak am Gaumen ist überraschend kräftig, besonders wenn man bedenkt, dass er nur 43% Alkohol aufweist. Der Antritt ist schön kräftig und wird begleitet von einer leichten Süße, die an Vanille und braunen Rohrzucker erinnert. Doch dieser erste Eindruck wird schnell von intensiveren Noten überlagert.

Kurz nach dem süßen Start machen sich kräftige Aromen von frischer Eiche und Holzkohle bemerkbar. Diese herben Noten steigern sich zunächst in ihrer Intensität, bevor sie allmählich abflachen und in einer angenehm gerösteten Eichennote mit einem ganz subtilen Anklang vom Tabak im Hintergrund ausklingen. Dieses Wechselspiel zwischen der anfänglichen Süße und den kräftigen, herben Aromen macht das Geschmacksprofil des Double Oak interessant.

Jim Beam Double Oak 2

Textur und Körper

Der Jim Beam Double Oak überrascht mit einem schweren Eichenkörper, der eine markante ölige Struktur aufweist. Diese Textur verleiht dem Whiskey einen angenehmen und reichhaltigen Präsenz im Mund.

Abgang

Der Abgang des Jim Beam Double Oak ist mittellang und hinterlässt einen warmen und angenehmen Eindruck von gerösteter Eiche.

Bewertung

Gesamtbewertung: 7,4/10 – sehr gut 

Kernbewertung (Nosing, Tasting, Finish): 7/10 – sehr gut

Story: 8/10 – Jim Beam, als eine der bekanntesten Brennereien der Welt, bringt eine reichhaltige und faszinierende Geschichte mit sich.

Aromen (Nosing): 7/10 – Das Bouquet des Jim Beam Double Oak ist eine angenehme Mischung aus süßen und herben Noten, die ein vielschichtiges Aromaerlebnis bieten. Obwohl es vielleicht nicht die Tiefe oder Komplexität echter Premium-Whiskeys erreicht, besticht es durch seine ausgewogene und zugängliche Natur.

Geschmack (Tasting): 7/10 – Geschmacklich präsentiert sich der Double Oak angenehm mit einem kräftigen Antritt und einer Vielfalt an herben Noten, die sich zu einer harmonischen Balance aus Süße und Würze entwickeln. Der kräftige Eindruck von frischer Eiche und Holzkohle, gepaart mit der sanften Süße von Vanille und Rohrzucker, macht diese Abfüllung interessant.

Abgang (Finish): 7/10 – Der Abgang ist mittellang, warm und wird von den charakteristischen herben Noten des Whiskeys dominiert.

Preis/Leistung: 8/10 – Mit einem oft unter 20 € liegenden Preis für eine 0,7-Liter-Flasche bietet der Jim Beam Double Oak ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für diesen Preis erhält man einen angenehm herben Whiskey.

Fazit

Der Jim Beam Double Oak stellt sich als eine durchaus empfehlenswerte Wahl dar, besonders für diejenigen, die einen preisgünstigen, herberen Whiskey suchen. Er eignet sich hervorragend für Einsteiger, die in die Welt des Bourbons eintauchen möchten, oder als Alltagswhiskey für Kenner, die ein unkompliziertes, angenehmes Trinkerlebnis schätzen.

Persönlich betrachte ich den Double Oak als den besten unter den Standardabfüllungen von Jim Beam. Er übertrifft sogar den Jim Beam Single Barrel in meinem Empfinden, und das bei einem deutlich günstigeren Preis.

Mit seinem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis und seinem ansprechenden Geschmacksprofil bietet der Double Oak eine attraktive Option für eine breite Palette von Whiskeyliebhabern. Ob als Einstieg in die Welt der Bourbons oder als zuverlässige Wahl für den alltäglichen Genuss, dieser Whiskey beweist, dass Qualität und Geschmack nicht immer ein Vermögen kosten müssen.

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