Kings County Empire Rye im Test

Kings County Empire Rye im Test (3)
Eine frühere US-Variante, noch mit 51 %. Quelle: https://whiskybase.com

Hallo Whiskey-Freunde, nachdem wir vor Kurzem den Straight Bourbon der Craft Distillery aus Brooklyn, New York verkostet haben, nehme ich heute den nächsten Vertreter aus dem Sortiment unter die Lupe: den Empire Rye.

Die Kings County Distillery produziert diese Abfüllung aus 80 % im Bundesstaat New York angebautem Danko Rye und 20 % Golden Promise gemälzter Gerste aus England. Danko ist eine ursprünglich polnische Roggensorte, die seit den 1970er-Jahren kultiviert wird und für ihren besonders aromatischen Charakter bekannt ist. Gemaischt wird im Sweet-Mash-Verfahren, destilliert ausschließlich auf Pot Stills. Nach drei bis vier Jahren Reifung wird der Whiskey mit 45 % Vol. abgefüllt.

Seit Februar 2026 ist diese Abfüllung auch in Deutschland erhältlich, der Preis liegt bei rund 75 € für die 700-ml-Flasche.

Kings County Empire Rye im Test (4)

Der Whiskey erfüllt die Kriterien der Kategorie Empire Rye – einer erst 2015 geschaffenen, definierten Herkunftsregelung für Roggenwhiskey aus dem Bundesstaat New York. Vorgeschrieben sind unter anderem mindestens 75 % ausschließlich im Bundesstaat New York angebauter Roggen, die vollständige Herstellung – vom Mahlen über Fermentation bis zur Destillation – innerhalb des Bundesstaates sowie eine mindestens zweijährige Reifung vor Ort. Farb- oder Zusatzstoffe sind nicht erlaubt.

Mehr zu den verschiedenen Kategorien von Roggenwhiskey findest du in meinem separaten Artikel dazu.

Steckbrief

Kings County Empire Rye im Test (1)

Farbe und Erscheinung des Kings County Empire Rye

Im Glas zeigt sich eine kastanienbraune Farbe. Die Tränen beginnen erst nach mindestens zehn Sekunden an der Glaswand abzufließen, sind dann jedoch recht dünn und laufen mit mittlerer Geschwindigkeit.

Aroma des Kings County Empire Rye

In der Nase zeigen sich trüber, kristallisierter Honig und Malz, dazu Vollkornbrot und etwas Weißbrot. Es folgen Bratapfel sowie überreife rote Trauben und Rosinen.

Harzige Noten von Tannennadeln und Tannenzapfen treffen auf grob gemahlenen grünen und schwarzen Pfeffer. Das Aromabild ist sehr interessant, mit schöner Intensität und cremigem Eindruck. Gleichzeitig weisen besonders die harzigen, frisch-grünen Tannennoten für mich auf ein junges Alter hin.

Bleib immer auf dem Laufenden!

Melde dich jetzt für unseren Newsletter an und erhalte regelmäßig spannende Verkostungsberichte, Neuigkeiten und Tipps rund um amerikanische Whiskeys direkt in dein Postfach. Als Abonnent nimmst du zudem an regelmäßigen Gewinnspielen teil und hast die Chance, außergewöhnliche Whiskeys zu gewinnen. Zusätzlich erhältst du exklusiven Zugriff auf Downloads wie Tasting Sheets und Tasting Notes, die dir bei deiner eigenen Whiskey-Verkostung helfen. Melde dich gleich an und verpasse keine Updates mehr!

Geschmacksprofil des Kings County Empire Rye

Am Gaumen zeigen sich brauner Zuckersirup und Malz, dazu Bratapfel mit Zimt, Rosinen und überreife Weintrauben. Muskatnuss, eine grüne, frisch abgebrochene Tannenast-Note und Orangenzeste stehen neben dezenten Anklängen von trockenem Gras und Kräutern.

Zum Ende hin wird es pfeffrig mit schwarzem und einem Hauch weißem Pfeffer. Das Profil ist interessant und ziemlich eigenständig, wirkt jedoch merkbar jung.

Kings County Empire Rye im Test (2)

Textur und Körper

Die Abfüllung hat einen mittleren Körper mit cremig-samtiger Textur und einem leicht trockenen Mundgefühl.

Abgang

Im Abgang zeigen sich Malz und angeröstetes Karamell, dazu frische Tannennadeln und Tannenzapfen, begleitet von Anis, etwas Muskatnuss und grünem Pfeffer. Der Nachklang ist kurz bis maximal mittellang und wenig intensiv.

Bewertung

Gesamtbewertung: 6,8/10 – gut

Kernbewertung (Nosing, Tasting, Finish): 6,3/10 – gut

Story: 10/10 – Ein waschechter Empire Rye von einer der bekanntesten und meistprämierten Craft Distilleries der USA.

Aromen (Nosing): 7/10 – Sehr interessant mit schöner Intensität, aber merkbar jugendhaft.

Geschmack (Tasting): 7/10 – Die Eindrücke aus der Nase setzen sich konsequent am Gaumen fort.

Abgang (Finish): 5/10 – Kurz bis maximal mittellang und insgesamt zu wenig intensiv.

Preis/Leistung: 5/10 – 75 € sind für diese Abfüllung deutlich zu hoch, in dieser Preisklasse gibt es andere Kaliber.

Zusammenfassung

Gesamtbewertung:    

Kernbewertung:        

Story:                        

Aromen (Nosing):      

Geschmack (Tasting):

Abgang (Finish):        

Preis/Leistung:           

Fazit

Der Kings County Empire Rye ist ein sehr interessanter, eigenständig schmeckender, aber merkbar junger Rye Whiskey. Seitdem der Hudson Manhattan Rye bei uns nicht mehr erhältlich ist, ist diese Abfüllung aktuell der einzige Vertreter der Empire-Rye-Kategorie auf dem deutschen Markt. Entsprechend freue ich mich, dass dieser Whiskey nun auch in Deutschland verfügbar ist.

Das größte Manko ist für mich -wie schon beim Straight Bourbon der Brennerei -der Preis. Mit rund 75 € bewegt sich die Flasche in einer Preisklasse, in der man einige sehr interessante und hoch angesehene Abfüllungen findet. Dazu zählt etwa der Willett Family Estate Rye in Fassstärke mit meist rund 55 % Vol., ein sehr hoch bewerteter und geschätzter Rye Whiskey. Ebenso der Pikesville Rye mit 55 % Vol. und hervorragender Qualität oder der Sagamore Double Oak Rye mit doppelter Fassreifung und entsprechend vielschichtigem Geschmacksprofil.

Auch wenn ich den Empire Rye als eigenständig und spannend empfinde, spielen diese drei genannten Rye Whiskeys für mich persönlich mindestens zwei Klassen höher. Selbst unter Berücksichtigung der Pot-Still-Produktion und des Craft-Ansatzes halte ich einen Preisbereich zwischen 40 und 45 € für fair.

Cheers!

Unsere Facebook-Gruppe für Dich

Lust auf spannende Diskussionen und exklusive Einblicke in die Welt des Bourbons? Trete unserer Facebook-Gruppe bei und werde Teil unserer Community. Klicke einfach auf das Icon.

Deine Meinung zählt!

Der Whiskey in unserem heutigen Artikel ist sicherlich für viele von euch kein Unbekannter. Wie hat er euch geschmeckt? Oder gibt es eine besondere Erinnerung, die ihr mit diesem Whiskey verbindet? Lasst uns in den Kommentaren darüber sprechen und unsere Leidenschaft für Whiskey teilen!

Schreibe einen Kommentar